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9. Februar 2017 RP

 

Lokalsport

 

Beim Boule zählt jeder Millimeter

 

 

Pont. Die Boulefreunde Pont fahren regelmäßig über die Grenze in die Niederlande, um sich in der Winterliga mit anderen Teams zu messen. Pétanque heißt die sportliche Form des Kugelwerfens. Ziel ist der Aufstieg in die Bezirksklasse.

Von Bianca Mokwa

 

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Am Ende entscheidet Schiedsrichter Theo Wilbers mit dem Messgerät, welche Kugel am nächsten zum Schweinchen liegt und wer die Punkte bekommt. FOTO: Bianca Mokwa

 

Ein leichtes Wippen mit den Füßen, Schwung holen, und wo gerade noch eine Kugel lag, ist nichts weiter als ein kleines Loch auf dem kiesigen Boden geblieben. "Es steht acht zu sechs für uns", wird ein Zwischenstand durchgegeben.

 

Der nächste steigt in den gemalten Kreis im Kies, versucht die Kugel des Gegners zu beseitigen, scheitert und ärgert sich. "Hier wird richtig mit dem Messer zwischen den Zähnen gespielt", sagt Karl-Heinz Ingenleuf und grinst. Er befindet sich in den Niederlanden, im Boulodrome in Venlo. "Place de Pétanque" steht an dem Gebäude. Ingenleuf ist Sportwart bei den Boulefreunden Pont, die mit ihren roten Trikots nicht zu übersehen und gut vertreten sind. Neben Ingenleuf steht Reiner Gossen.

Seit einem halben Jahr ist der Issumer dabei und praktiziert die Sportart, die das Flair französischer Lebensart versprüht. Das Spiel mit den Bällen fasziniere ihn, sagt Gossen. "Kugel", korrigiert Ingenleuf. Gossen erklärt, er habe früher Tennis, Squash und Golf gespielt. Dann kam er an der Ponter Dorfwiese vorbei und sah die Boulefreunde. "Das musst du machen", dachte er spontan und gab sich der Illusion hin, dass es ganz simpel sei. "Ich dachte, du schmeißt da auf die Sau, so heißt die kleine Kugel", fasst er seine Vorkenntnisse zusammen und wurde schnell eines besseren belehrt. "Die größte Sauerei ist, es gibt noch einen Gegner, der die Kugel wegschießt. Allein der Kampf und die Überlegung, was machst du als nächstes, sind faszinierend", fasst Gossen die Strategie zusammen, die mindestens so wichtig ist, wie der perfekte Wurf. In der Fachsprache heißt derjenige, der eine gelegte Kugel des Gegners "wegschießt" Tireur. Einen Pointeur gibt es auch noch. Das ist derjenige, der die Kugel legt. Möglichst nah ans Schweinchen versteht sich. "Der Tireur hat es am ,schwörsten" dichtet Thomas Thissen. Er ist der amtierende Sieger der offenen Boulemeisterschaften Gelderns. "Man meint immer, das ist so ein Seniorenspiel", sagt er über Boule. "Aber es sind schon sehr viele Leute sehr süchtig davon geworden." Und wer sich umschaut, fühlt seine Aussage ein bisschen bestätigt. Am Samstagmittag ist einiges los auf dem "Place

 

de Pétanque". Gesprochen wird allerdings nur wenig. "Ablenkung ist tödlich", sagt Ingenleuf im Flüsterton. Und Konzentration ist nun einmal alles. Gespielt wird in Zweier- oder Dreierkonstellationen, also Doublette oder Triplette.

Wer zuerst 13 Punkte erreicht, gewinnt. Die Punkte berechnen sich danach, wie nah die eigene Kugel am Schweinchen, also der kleinen Kugel liegt. "Als Gegner hofft man immer, dass der andere nicht trifft", sagt Ingenleuf und beobachtet ein Spiel. Er wartet, dreht sich um und stellt fest: "So wie jetzt." Auf dem Spielfeld nebenan wird der Schiedsrichter geholt. Auftritt Theo Wilbers. Er holt sein spezielles Messwerkzeug aus der Schiri-Tasche. "Manchmal handelt es sich um einen halben Millimeter. Das kann man mit dem Maßband nicht mehr messen." In seiner Tasche sind auch gelbe, orangene und rote Karten. "Wie beim Fußball", sagt Wilbers. Bisher musste er aber noch keine der Karten zücken.

Die Spieler in der niederländischen Halle treten gegeneinander in der Winterliga an. "Klar will man gewinnen, aber eigentlich geht es um nichts", erklärt Ingenleuf. Trotzdem wird gekämpft, gebangt, sich total konzentriert und manchem steht Ärger und Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, wenn ein Wurf nicht gelingt. Die Winterliga ist Training und Ausloten der eigenen Fähigkeiten zugleich. 15 Teams nehmen teil, von Rees bis Viersen und eben auch über die Landesgrenze hinaus in den Niederlanden. "Boule verbindet", sagt Reiner Gossen.

Erstplatzierte in der Winterliga sind aktuell die Niersbouler aus Goch. Die richtige Saison geht wieder im April los. "Unser Ziel ist der Aufstieg in die Bezirksklasse", sagt der Sportwart der Ponter Boulefreunde. Danach kämen Bezirksliga, Regionalliga, NRW-Liga und die Bundesliga. "So wie im Fußball auch", erklären Ingenleuf und Gossen. Und 2024 kandidiert Boule für die Aufnahme zu den Olympischen Spielen. Mal schauen, ob der große Wurf gelingt. Boule ist eine Sportart, die durchaus ernstzunehmen und vielleicht zu oft unterschätzt wird.


Quelle: RP

 



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